Spielen & Sammlen
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Wie eine Spielkarte entsteht Herstellung Gesteinszeichen Berliner Bild Internationales Bild
Karo As

Kein anderes Objekt verbindet die beiden Begriffe Spielen & Sammeln, so wie die Spielkarte. Spielkarten wurden und werden gebraucht, wie auch missbraucht. Sie dienten zur Erhöhung der Staatsfinanzen, für Propagandazwecke im Guten, wie im Bösen. Spielkarten wurden aus verschiedensten Materialien hergestellt z.B. aus Papier(wie heute üblich) aber auch aus Kunststoff, Blech, Holz, Muscheln, sogar aus Menschenhaut soll es welche gegeben haben und aus allem, was es in flacher Form gibt.

Wer denkt heute, wenn er ein Packen Spielkarten zur Hand nimmt schon daran, welch einen langen Weg die Spielkarte zurück gelegt hat, bis sie zu eines der weltweit am verbreitesten Spielgeräte wurde. Wie bei vielen Errungenschaften war es, auch bei der Spielkarte, dass die ersten schriftlichen Erwähnungen Verbote (1377) waren. Diese Schriften richteten sich gegen das Glückspiel, aber auch gegen die Spielkarten. Als diese Verbote geschrieben wurden mussten die Spielkarten schon weit verbreitet gewesen sein. In anbetracht der Exemplare, die bis heute erhalten geblieben sind und die ein hohen Aufwand in der Fertigung annehmen lassen, muss es auch einfachere billigere Produktionen gegeben haben. Die hoch künstlerisch gestalteten Karten waren sicher nur wohlhabenden Leuten vorbehaltenr, wie reichen Kaufleuten und dem Adel. Aber Verbote richten sich selten gegen die Oberen sondern im allgemeinen gegen das “gemeine” Volk.
Die richtige Verbreitung fand die Spielkarte sicher erst durch die Entwicklung der Holzdrucktechnik.

Pik Koenig

Auch ihre gestallterische Technik ist sehr unterschiedlich vom handgemaltem über alle Hoch- und Tief- und Flachdruckverfahren bis zum modernen Offsetdruck. Die Themen, die man auf den Karten findet, kennen keine Grenzen, Städteansichten, Politik, Geschichte, Warenkunde, Erotik, Werbung, Waffen, Wappen, Partituren, Film/Musikstars und vieles mehr. Die Spielkarten haben, wie schon erwähnt, in früherer Zeit auch kräftig zur Unterstützung der Staatskassen beigetragen, bis am 31. Dezember 1980 die Spielkartensteuer als Bagatellsteuer abgeschaft wurde.

Hier ein paar Beispiele, wie man Spielkarten in Deutschland (Österreich) kennzeichnete, zur Erkennung, dass die Steuer entrichte wurde. Durch einen Stempel auf dem Herz As/Daus, welcher je nach  Gesetzestext und Regierung unterschiedlich ausfiel.

Steuerstempel 1879-1919

von 1879 bis ca. 1919

Steuerstempel ab 1923

ab ca. 1923

1939 entfiel die Stempelung der Karten durch die Neufassung des Spielkartensteuergesetzes!

Steuerstempel 1936-1939

von 1936 bis 1939

PikAs

Auch in England würden zur Kennzeichnung, der entrichteten Steuer, die Karten gestempelt (leider liegt uns kein gestempeltes Exemplar vor. Sollte einer uns einen Scan zukommen lassen, wären wir sehr dankbar.). Aus irgend einem Grund wählte man dort aber das Pik As dafür aus. Als aber 1804 die Steuer auf 2 Schilling und 6 Pence pro Spiel gestiegen war, stellte man 1828 fest, dass die Einnahmen hinter den Erwartungen zurück lagen. Viele Hersteller konnten bzw. wollten die hohen Steuern nicht bezahlen und haben sich deshalb durch Steuerhinterziehung aus der Affäre gezogen. So musste der Staat reagieren und senkte die Steuer auf einen Schilling und liess durch die Steuerbehörde bei der Fa. Messrs Perkings, Bacon & Co. Bögen mit einem eigenen Pik As drucken, welches die Hersteller von der Behörde kaufen mussten. Diese Bögen mussten die Produzenten selbst zerschneiden und die Asse dann auf Karton kleben um sie ihren eigenen Spielen bei zu packen.
Auch in Amerika wurde diese Tradition aus dem ehemaligen Mutterland übernommen, weshalb bis heute bei dem internationalen Bild immer (Asunahmen bestimmen die Regel) das Pik As besonders gestalltet ist und wird.

Eine Anmerkung noch, in England entfiehl die Spielkartensteuer schon 1960, wobei behauptet wurde, dass der Staat dadurch mehr als 1000 Pfund pro Jahr sparen würde :-)

Immer wieder werden wir gefragt, “was macht man eigentlich mit den vielen Spielkarten?”
Sigmar Radau aus Berlin, ein wirklicher Experte auf diesem Gebiet (natürlich nicht auf das Abheften, sonder zum Thema Spielkarten :-) ), hat uns vor Jahren einen Tipp gegeben, wie man Spielkarten preiswert und flexibel ordnet.
Man versieht jede Spielkarte mit zwei klassischen Fotoecken und positioniere sie dann auf schwarzen Fotokarton, das Ganze kommt dann in eine normale Klarsichthülle (dokumentenecht!) und wird so in einem Din A4 Ordner nach Themen abgeheftet!
Durch diese Methode kann man die Karten, je nach Anzahl und größe frei positionieren.

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